Der „Gasthof zur guten Hoffnung“, später „Gast- und Gesellschaftshaus“, wie die hier eingefügte Ansichtskarte vom 19.8.1934 ausweist, im Unterdorf gelegen, hat auch seine Geschichte. Wie er früher einmal ausgesehen haben mag daran wird sich kaum noch jemand erinnern. Der älteste Inhaber, der uns noch bekannt ist, war Otto Pohl. Er baute den großen Saal 1910 an das eigentliche Gasthaus an. Dieser Saal war für damalige Verhältnisse schön und groß. Die Bühne hatte vier Dekorationen: zwei Zimmer, das noblere ganz in Rot gehalten, eine Waldlandschaft und einen Blick ins weite Land und Feld.

Otto Pohl betrieb während des 1. Weltkrieges nebenher eine Kantine auf dem Exerzierplatz Lerchenberg bei Glogau. In der Inflationszeit verkaufte er den Gasthof an Georg König aus Berlin. Das Ehepaar König brachte, von Aussehen und Wesen, irgendwie so etwas wie „Berliner Luft“ in unsere Priedemoster Atmosphäre. Herr König spielte auch ab und zu selbst Klavier zum Tanz, wenn es an Musikanten mangelte. Dieses Hotel-ähnliche Gasthaus ging später in den Besitz der Familien Scholz und Schilder über. Mit der fortschreitenden Zeitentwicklung und wohl auch mit einer sich anbahnenden Änderung in den Formen ländlicher Geselligkeit verlor diese Gaststätte nach und nach etwas von der von den früheren Inhabern geschaffenen Wertschätzung und Bedeutung.